Dein Recht bei Kündigung & Aufhebungs-vertrag

Hat Dein Arbeitgeber Dir gekündigt oder will er, dass Du einen Aufhebungsvertrag unterschreibst? Dann sind Deine Rechte u.a. davon abhängig, wie viele Mitarbeiter in Deinem Unternehmen arbeiten. Dein Arbeitgeber kann Dir auch nicht grundlos kündigen und muss Dich ggf. vorher abmahnen.

Bei mehr als 10 Vollzeitmitarbeitern gilt das Kündigungsschutzgesetz – Kündigung nur bei besonderen Gründen

Wenn in Deinem Betrieb (Unternehmen oder Unternehmensteil) mehr als 10 Vollzeitmitarbeiter beschäftigt sind, gilt für Dich der besondere Kündigungsschutz des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG).

Teilzeitbeschäftigte werden bei der Feststellung der Anzahl der Mitarbeiter entsprechend der Dauer ihrer Arbeitszeit anteilig berücksichtigt. Und zwar nach folgendem Muster:

Mitarbeiter mit einer wöchentlichen Arbeitszeit

  • von nicht mehr als 20 Stunden: 0,5 Mitarbeiter = halber Vollzeitmitarbeiter;
  • von mehr als 20 aber nicht mehr als 30 Stunden: 0,75 Mitarbeiter = 3/4 Mitarbeiter;
  • von mehr als 30 Stunden: 1,0 Mitarbeiter = Vollzeitmitarbeiter.

Auszubildende (Azubis) zählen nicht zu den Mitarbeitern im Sinne des KSchG. Sie werden also in der Berechnung gar nicht berücksichtigt.

Besondere Gründe für die Kündigung

Wenn insgesamt mehr als 10 Vollzeitmitarbeiter in Deinem Unternehmen/Betrieb beschäftigt sind, darf Dein Arbeitgeber Dir nur kündigen, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:

  • betriebsbedingte Gründe (Dein Arbeitsplatz fällt ersatzlos weg, es liegt ein dauerhafter Mangel an Aufträgen vor oder Dein Betriebsort schließt vollständig),
  • personenbedingte Gründe (Du bist sehr oft und sehr lange krank, Du bist fachlich nicht in der Lage, Deine arbeitsvertraglich zugeordnete Tätigkeit auszuführen oder Du bist aus einem anderen Grund dauerhaft nicht in der Lage, Deine Arbeitsleistung zu erbringen) oder
  • verhaltensbedingte Gründe (Du erbringst Deine Arbeit gar nicht, obwohl Du es könntest oder Du erbringst Deine Arbeit nur sehr schlecht oder Du bist illoyal gegenüber Deinem Arbeitgeber bist).

Besondere Gründe für die Kündigung

Wenn insgesamt mehr als 10 Vollzeitmitarbeiter in Deinem Unternehmen/Betrieb beschäftigt sind, darf Dein Arbeitgeber Dir nur kündigen, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:

  • betriebsbedingte Gründe (Dein Arbeitsplatz fällt ersatzlos weg, es liegt ein dauerhafter Mangel an Aufträgen vor oder Dein Betriebsort schließt vollständig),
  • personenbedingte Gründe (Du bist sehr oft und sehr lange krank, Du bist fachlich nicht in der Lage, Deine arbeitsvertraglich zugeordnete Tätigkeit auszuführen oder Du bist aus einem anderen Grund dauerhaft nicht in der Lage, Deine Arbeitsleistung zu erbringen) oder
  • verhaltensbedingte Gründe (Du erbringst Deine Arbeit gar nicht, obwohl Du es könntest oder Du erbringst Deine Arbeit nur sehr schlecht oder Du bist illoyal gegenüber Deinem Arbeitgeber bist)

Wenn keiner dieser Gründe vorliegt, darf Dein Arbeitgeber Dir eigtl. nicht kündigen. Tut er dies doch, kannst Du mit der Kündigungsschutzklage gegen die Kündigung vorgehen. Siehe dazu weiter unten.

Auch hier keine willkürliche Kündigung möglich – meist hat Arbeitnehmer aber nur wenig Chancen

Auch wenn 10 oder weniger Mitarbeiter in Deinem Unternehmen beschäftigt sind, hast Du einen Kündigungsschutz. Dein Arbeitgeber darf Dir nämlich nicht einfach willkürlich kündigen. Er muss Dir schon gute Gründe hierfür nennen. 

Diese Gründe können sich an den oben genannten Kündigungsgründen orientieren.

Abwägung ist Pflicht – Arbeitgeber hat Sozialauswahl zu treffen

Dein Arbeitgeber muss in jedem Einzelfall abwägen, ob er Dir wirklich kündigen kann. Hierbei müssen seine Interessen an der Kündigung mit Deinen Interessen am Erhalt Deines Arbeitsplatzes abgewogen werden. Überwiegen Deine Interessen, hast Du gute Chancen darauf, dass die Kündigung unwirksam ist.

Insbesondere bei einer betriebsbedingten Kündigung muss Dein Arbeitgeber eine sog. Sozialauswahl treffen. Hierbei muss er überprüfen, ob er Dir oder besser einem anderen Arbeitnehmer kündigen darf.

Gründe, die bei der Sozialauswahl für Dich (und damit gegen das Recht Deines Arbeitgebers auf Kündigung) sprechen, sind etwa:

  • Du bist schon lange im Unternehmen beschäftigt 
  • Du hast bereits ein hohes Lebensalter erreicht
  • Du hast Unterhaltspflichten nachzukommen
  • Du hast einen Schwerbehindertenstatus

Zugegeben, diese Abwägung ist nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Wenn Du unsicher bist, ob Dein Arbeitgeber eine ausreichende Abwägung vorgenommen hat, fordere ihn auf, Dir seine Gründe für die Kündigung mitzuteilen!

Hier sind ein paar Gründe aufgelistet, wegen derer Dein Arbeitgeber Dir verhaltensbedingt kündigen kann:

  • Arbeits- und Spesenbetrug: Wenn Du etwa als Außendienstler mehr Stunden aufschreibst, oder mehr Spesen abrechnest, als Du wirklich geleistet / ausgegeben hast.
  • Arbeitsverweigerung: Wenn Du absichtlich gar nicht oder viel weniger als vereinbart arbeitest.
  • Zu spät kommen / zu früh gehen: Wenn Du wiederholt zu spät zur Arbeit kommst, oder zu früh von der Arbeit gehst.
  • Krankfeiern: Wenn Du ständig unentschuldigt fehlst, oder Dich krank meldest, obwohl Du gesund bist.
  • Private Nutzung des Internets / des Handys: Wenn Du ständig privat im Internet oder am Dienst-Handy unterwegs bist, obwohl eine Privatnutzung ausdrücklich ausgeschlossen ist.
  • Beleidigung: Wenn Du mehrfach und schwer Mitarbeiter oder Vorgesetzte beleidigst.
  • Diebstahl & Untreue: Wenn Du auf der Arbeit Diebstähle begehst oder heimlich für ein Konkurrenzunternehmen arbeitest.

Nicht immer Pflicht zur Abmahnung – Aber wenn keine Abmahnung vorliegt, hast Du gute Chancen

Eine grundsätzliche Pflicht zur Abmahnung hat Dein Arbeitgeber nicht. Aber, insbesondere bei einer verhaltensbedingten Kündigung sollte er Dir mindestens einmal eine Abmahnung ausgesprochen haben.

Diese Abmahnung muss folgende Punkte enthalten:

  • Ein konkreter Hinweis auf Dein Fehlverhalten,
  • Eine Kündigungsandrohung für den Fall, dass Du Dein Fehlverhalten nicht abstellst.

Hat Dein Arbeitgeber Dich vor einer verhaltensbedingten Kündigung nicht abgemahnt, stehen Deine Chancen gut, erfolgreich gegen die Kündigung vorzugehen. Ist der Verstoß, wegen dem Dein Arbeitgeber Dir kündigt, jedoch sehr schwerwiegend, muss Dein Arbeitgeber nicht unbedingt abmahnen und kann auch direkt kündigen.

Schau zur weiteren Information auch in unseren Artikel zu Deinem Recht bei Abmahnung vom Arbeitgeber.

Ja – gegen unrechtmäßige Abmahnungen kannst Du vorgehen

Hast Du den Eindruck, dass Dein Arbeitgeber Dich zu Unrecht abgemahnt hat, kannst Du sofort und unmittelbar gegen die Abmahnung selbst vorgehen.

Dies tust Du am besten, indem Du Deinen Arbeitgeber aufforderst, die Abmahnung zurückzunehmen und aus Deiner Personalakte zu löschen. Teile ihm hierfür mit, dass die Abmahnung unberechtigt erfolgte.

Schau zur weiteren Information auch in unseren Artikel zu Deinem Recht bei Abmahnung vom Arbeitgeber.

Ja – mit der Kündigungsschutzklage

Kündigt Dir Dein Arbeitgeber und sind in Deinem Unternehmen mehr als 10 Vollzeitmitarbeiter beschäftigt, so kannst Du eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht gegen die Kündigung erheben. Die Kündigungsschutzklage musst Du innerhalb von 3 Wochen, nachdem Du die Kündigung erhalten hast, beim Arbeitsgericht in Deiner Stadt erheben.

Hierdurch kannst Du erreichen, dass Du weiterbeschäftigt wirst, oder dass Du von Deinem Arbeitgeber eine Abfindung bekommst.

Wenn in Deinem Unternehmen nur 10 oder weniger Vollzeitmitarbeiter arbeiten, kannst Du zwar keine Kündigungsschutzklage erheben, Du kannst Dich aber trotzdem gegen die Kündigung wehren. Schaue hierfür unten im letzten Punkt. 

Ja – meistens bekommst Du eine Abfindung Du musst aber dafür kämpfen

Wenn Dein Arbeitgeber Dir kündigt oder Du einen Aufhebungsvertrag unterschreiben sollst, stehen die Chancen für eine Abfindung sehr gut!

Laut Gesetz hast Du zwar nicht immer einen Anspruch auf eine Abfindung, aber in den meisten Fällen zahlt der Arbeitgeber eine Abfindung. Je weniger Gründe Dein Arbeitgeber für die Kündigung hat, desto höher kann die Abfindung ausfallen.

Die Höhe der Abfindung ist abhängig von der bisherigen Dauer Deines Arbeitsverhältnisses. Schau hierzu einmal in Deinen Arbeitsvertrag. Eine grobe Formel, mit der sich die Abfindung ausrechnen lässt ist: Du nimmst die Anzahl der Jahre Deines Arbeitsverhältnisses, multiplizierst diese Zahl mit Deinem aktuellen Brutto-Gehalt und teilst das Ergebnis dann durch 2.

Schau zur weiteren Information auch in unseren Artikel zu Deinem Recht auf Abfindung bei Kündigung & Aufhebungsvertrag.

Vorsicht beim Aufhebungsvertrag – Keine Kündigungsschutzklage möglich und Sperrzeit beim Arbeitslosengeld

Bietet Dir Dein Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag an, musst Du vorsichtig sein. Denn wenn Du den Aufhebungsvertrag unterschreibst, erklärst Du damit freiwillig, dass die Beendigung Deines Arbeitsverhältnisses in Ordnung für Dich ist. Du erhältst Du keine „Kündigung“ und kannst keine Kündigungsschutzklage erheben.

Zudem bekommst Du Probleme beim Arbeitslosengeld. Die Arbeitsagentur kann Dir die Zahlung von Arbeitslosengeld für bis zu 12 Wochen verweigern. Wenn Du kein Arbeitslosengeld bekommst, kannst Du zwar dennoch Anspruch auf Hartz IV haben, aber das Hartz IV Geld musst Du ggf. anschließend, wenn Du wieder einen Job hast, zurückzahlen.

Schau zur weiteren Information auch in unseren Artikel zu Deinem Recht auf Abfindung bei Kündigung & Aufhebungsvertrag.

Erstmal selbst prüfen & den Arbeitgeber fragen

Prüfe zunächst einmal selbst, ob Du verstehst, warum Dir gekündigt wurde bzw. warum Du einen Aufhebungsvertrag unterschreiben sollst. Wenn Du es nicht ganz nachvollziehen kannst, frag Deinen Arbeitgeber einmal genau nach den Gründen.

Anschließend Online Services nutzen 

Du kannst es Dir nicht erklären und Dein Arbeitgeber kann Dir auch keine gute Begründung dafür geben, dass er Dich los werden will? Möchtest Du weiterarbeiten oder zumindest eine Abfindung bekommen? Kein Problem! Dann solltest Du Deine Rechte von einem der hierauf spezialisierten top Online Services.

Unten findest Du Online Services, auf denen Du schnell erfahren kannst, welche Rechte Dir in Deiner konkreten Situation zustehen. Du kannst auf einigen auch direkt einen guten Anwalt für Arbeitsrecht nach Deinen Rechten fragen.