Dein Recht bei Kündigung Deines Mietvertrags

In diesem Bereich findest Du alle wichtige Informationen zu Deinem Recht bei Kündigung Deines Mietvertrags, zu Kündigungsfristen, zur Wirksamkeit von Ausschlussfristen, zur Übernahme von Mobiliar & Einbauküche etc.

Jederzeit – Mit Kündigungsfrist von 3 Monaten

In der Regel kannst Du Deinen Mietvertrag jederzeit mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Ende eines Monats kündigen.

Im Mietvertrag unter dem Punkt „Kündigung“ kann auch eine kürzere Frist vereinbart sein. Die Vereinbarung einer längeren Frist als 3 Monate ist verboten. Es gilt dann die Frist von 3 Monaten.

Nein, nicht immer – Vermieter muss zustimmen

Viele Mieter denken, dass, wenn sie mindestens 3 geeignete Nachmieter stellen, der Vermieter mindestens einen davon akzeptieren muss. Das stimmt nicht. Nur wenn Dein Vermieter mit einem der von Dir gestellten Nachmieter einverstanden ist, kannst Du früher aus der Wohnung raus.

Dein Vermieter kann aber grds. darauf bestehen, dass Du so lange die Miete zahlst, bis die Kündigungsfrist abgelaufen ist.

Du musst alle der folgenden Punkte beachten

  • Schriftlich kündigen: Am besten per Brief oder sogar Einschreiben. Nicht jedoch per E-Mail, Fax oder Telefon;
  • Kündigungsgrund bei ordentlicher Kündigung nicht notwendig: Du kannst, aber musst keinen Kündigungsgrund angeben. Du solltest aber die Adresse und die Lage Deiner Wohnung im Mietshaus genau benennen;
  • Beendigungsdatum angeben: Das Datum der Beendigung des Mietvertrags muss angeben und die 3 Monatsfrist muss eingehalten werden. Die Kündigung muss Deinem Vermieter bis zum 3. Werktag eines Monats zugehen, dann gilt sie zum Ablauf des übernächsten Monats (Bsp.: Du willst zu Ende April raus, dann muss Dein Vermieter die Kündigung bis zum 3. Werktag im Februar erhalten haben);
  • Kündigung von allen kündigenden Mietern unterschreiben lassen: Die Kündigung muss von allen Mietern unterschrieben werden. Du kannst anderen eine Vollmacht ausstellen. Diese können dann für Dich unterschreiben. Die Vollmacht musst Du unterschreiben und sie muss der Kündigung beigelegt werden;
  • Kündigung an alle Vermieter: Die Kündigung musst Du an alle Vermieter richten. Dieser Punkt wird wichtig, wenn Du eine Vermietergemeinschaft hast.

Du kannst für Deine Kündigung unser Muster nutzen. Einfach hier klicken.

Kündigungsausschluss / Mindestmietdauer bis zu 4 Jahren wirksam

Dein Kündigungsrecht darf für einen Zeitraum von höchstens 4 Jahren ausgeschlossen werden.

Eine solche Regelung muss ausdrücklich im Mietvertrag geregelt sein. Ist das der Fall, kannst Du erst nach Ablauf dieser „Mindestmietdauer“ kündigen.

Habt Ihr im Mietvertrag einen Kündigungsausschluss für mehr als 4 Jahre vereinbart, ist dies unwirksam und Du darfst jederzeit mit 3 Monaten Kündigungsfrist kündigen.

Ja, die Mindestmietdauer / der Kündigungsausschluss gilt nicht immer

Wenn einer der folgenden Situationen vorliegt, hast Du trotz vereinbarten Kündigungsausschlusses ein Sonderkündigungsrecht und Du kannst vor Ablauf der vereinbarten Dauer des Kündigungsausschlusses / der Mindestmietdauer kündigen.

In der Regel musst Du aber die 3 monatige Kündigungsfrist trotzdem einhalten und in der Kündigung die Gründe für Deinen vorzeitigen Auszug darlegen.

Gründe, die Du für einen vorzeitigen Auszug vorbringen kannst

  • Zwingende berufliche Gründe: Zwingende berufliche Gründe verlangen, dass Du weit wegziehen musst;
  • Familie: Du gründest eine Familie, die Wohnung ist zu klein und Du bist dringend auf größeren Wohnraum angewiesen;
  • Modernisierungsmaßnahmen durch Deinen Vermieter: Dein Vermieter kündigt umfassende Modernisierungsmaßnahmen an. Dann musst Du die Kündigung bis zum Ablauf des darauffolgenden Monats aussprechen, in dem Du die Modernisierungsankündigung bekommen hast;
  • Mieterhöhung: Bei einer (nicht vorher vereinbarten) Mieterhöhung kannst Du den Mietvertrag bis zum Ende des Folgemonats kündigen;
  • Untervermietung abgelehnt: Dein Vermieter lehnt eine Untervermietung Deiner Wohnung ab;
  • Tod eines Mieters: Stirbt ein Mieter können Angehörige oder weitere Mieter das Mietverhältnis weiterführen oder mit der Frist von 3 Monaten kündigen.

Fristlose Kündigung bei schwerwiegenden Gründen

Eine fristlose Kündigung des Mietvertrags, also eine sofortige Kündigung ohne Fristsetzung, ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Es muss auf jeden Fall ein schwerwiegender Grund vorliegen, der es für Dich unzumutbar macht, länger in der Wohnung zu bleiben.

Schwerwiegende Gründe sind insbesondere:

  • Es ist gesundheitsgefährdend, wenn Du länger in der Wohnung wohnst (Bsp.: Es ist überall Schimmel und Du oder Deine Kinder werden dadurch ständig krank);
  • Die Wohnung oder das Wohnhaus weist schwerwiegende Mängel auf und Dein Vermieter behebt sie nicht (Bsp.: Deine Wohnungstür lässt sich nicht schließen, oder die Fenster sind so undicht, dass es ständig kalt ist, oder die Heizung funktioniert gar nicht etc.);
  • Dein Vermieter betritt Deine Wohnung ohne Ankündigung und ohne Deine Erlaubnis mehrfach;
  • Dein Vermieter bedroht oder beleidigt Dich mehrfach;
  • Dein Vermieter stört den Hausfrieden mehrfach und nachhaltig;
  • Dein Vermieter verstößt mehrfach gegen mietvertragliche Vereinbarungen.

Am besten ist es, wenn Du Deinen Vermieter vor der Kündigung mindestens einmal abmahnst, ihn also auf den schwerwiegenden aufmerksam machst und ihn unter Fristsetzung von 2 Wochen aufforderst, das Problem zu beheben und ihm andernfalls die fristlose Kündigung androhst.

Grundsätzlich ja, aber nur, wenn er einen triftigen Grund hierfür hat

Ein triftiger Grund liegt bspw. vor, wenn

  • Dein Vermieter plant, nach Ablauf der Befristung selbst in die Wohnung einzuziehen, oder
  • er nach Ablauf der Befristung umfangreiche Modernisierungsarbeiten am Wohnhaus oder in der Wohnung durchführen möchte.

Liegen solche Gründe vor und ist der Mietvertrag daher befristet, dann endet er automatisch an dem Zeitpunkt, der als Beendigungszeitpunkt im Mietvertrag festgelegt wurde.

Verpflichtung nicht – Vereinbarung ja

Du kannst mit Deinem Nachmieter einen Vertrag schließen, nach dem Dir Dein Nachmieter für Deine Möbel oder auch Deine Einbauküche Geld zahlt. Mach diesen Vertrag samt Datum, Kaufgegenstände, Kaufpreis etc. am besten schriftlich und lass ihn von Deinem Nachmieter unterschreiben.

Zwar muss Dein Vermieter darin zustimmen, dass ein Teil Deines Mobiliars in der Wohnung bleibt. Diese Zustimmung wird er jedoch in der Regel geben. Du solltest ihn aber zumindest darüber in Kenntnis setzen, dass Du einige Gegenstände an Deinen Nachmieter verkaufst.

Der Preis für das verkaufte Mobiliar muss aber verhältnismäßig sein. Liegt er mehr als 50% über dem Zeitwert der verkauften Gegenstände, so kann Dein Nachmieter das zu viel gezahlte Geld von Dir zurückfordern. Setz den Preis daher lieber von Anfang an moderat und dem Zeitwert der Gegenstände entsprechend an.

Wenn Du Deinen Mietvertrag kündigen möchtest, beachte am besten die folgenden Schritte

Schritt 1

Schau mal nach Deiner Kündigungsfrist. Wenn in Deinem Mietvertrag nichts anderes steht, beträgt Deine Kündigungsfrist 3 Monate.

Schritt 2

Prüfe, ob Du ggf. eine Mindestmietdauer bzw. eine Kündigungssperre mit Deinem Vermieter vereinbart hast und ob einer der oben genannten Punkte zutrifft, damit Du trotzdem früher aus dem Mietvertrag kommst.

Schritt 3

Wenn Du früher als nach Ablauf der Kündigungsfrist aus Deiner Wohnung willst, frage bei Deinem Vermieter einmal nach, ob er es zulässt, dass Du einen Nachmieter stellst.

Schritt 4

Bereite die schriftliche Kündigung vor. Hierfür kannst Du unseren Vordruck nutzen. Einfach unter diesem LINK schauen, den Text kopieren, in eine Word Datei o.Ä. einfügen und die Felder mit Deinen Daten ausfüllen. Anschließend unterschreiben Du und Deine Mitmieter die Kündigung und Du schickst sie an Deinen Vermieter.

Schritt 5

Wenn Du weitere Fragen hast, kontaktiere uns über das Kontaktformular unten oder nutze einen der unten stehenden Online Services.