Dein Recht im Minijob

Du hast einen Minijob bzw. 450 EUR Job oder auch kurzfristigen Minijob? Du hast Fragen zu Deinen Rechten & Pflichten? Hier findest Du alle Antworten auf Deine Fragen!

Minijob = „450 EUR Job“ & „kurzfristiger Minijob“

  • 450 EUR Minijob: Als Minijob wird zum einen eine geringfügige Beschäftigung bezeichnet, bei der Du höchstens ein Gehalt in Höhe von 450 EUR monatlich bekommst. Der Minijob wird auch 450 EUR Job oder Studentenjob genannt. 
  • Kurzfristiger Minijob: Eine andere Art des Minijobs ist der kurzfristige Minijob. Bei diesem darfst Du zwar mehr als 450 EUR monatlich verdienen. Der Job darf aber auf höchstens 3 Monate (bei einer 5-Tage Arbeitswoche) bzw. 70 Arbeitstage insgesamt (bei einer 1-4 Tage Arbeitswoche) angelegt sein.

Ja! Das normale Arbeitsrecht gilt auch beim Minijob

Auch als Minijobber gelten für Dich die arbeitsrechtlichen Gesetze und Vorschriften. Dein Arbeitgeber muss also folgende Punkte beachten:

  • Kündigungsschutz: Wenn mehr als 10 Vollzeitmitarbeiter in Deinem Unternehmen / Betrieb beschäftigt sind, hast Du besonderen Kündigungsschutz. Siehe auch den LexMe Artikel zu Kündigung & Aufhebungsvertrag;
  • Urlaub: Du hast, genau wie jeder andere Arbeitnehmer auch, Anspruch auf bezahlten Urlaub. Als Minijobber giltst Du als Teilzeitkraft. Daher steht Dir der Urlaub, der einem Vollzeitangestellten zustehen würde, nur anteilig zu. Siehe zur Berechnung einmal den LexMe Artikel zum Urlaub im Arbeitsverhältnis;
  • Entgeltfortzahlung: Bei Krankheit von Dir oder Deines Kindes gilt, dass Dein Arbeitgeber Dir das vereinbarte Gehalt für eine gewisse Dauer weiterzahlen muss;
  • Wochenend- & Feiertragsvergütung: Wenn Du an Sonn- & Feiertagen arbeitest, hast Du ggf. Anspruch auf zusätzliche Vergütung, also mehr, als Du normal in der Woche bekommst. Ob Du Anspruch auf Sonn- oder Feiertagszuschlag hast, kann in Deinem Arbeitsvertrag, in einem Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung stehen;
  • Mutterschaftsgeld: Während der gesetzlichen Mutterschutzfristen (6 Wochen vor Geburtstermin bis 8 Wochen nach der Geburt) bekommst Du das Mutterschaftsgeld und damit fast genau soviel Geld, wie vorher;
  • Schriftform: Die wesentlichen Regelungen Deines Arbeitsverhältnisses (insbesondere Arbeitszeit, Arbeitsort, Tätigkeit, Gehalt, Laufzeit etc.) kannst Du in schriftlicher Form von Deinem Arbeitgeber verlangen;
  • Arbeitszeugnis: Du hast Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Siehe hierzu auch den LexMe Artikel zu Arbeits- & Zwischenzeugnis;
  • Unfallversicherung: Dein Arbeitgeber muss für Dich eine gesetzliche Unfallversicherung abschließen, sodass Du bei einem Arbeits- oder Wegeunfall versichert bist;
  • Schwerbehindertenschutz: Es gelten für Dich und Deinen Arbeitgeber die normalen Regelungen für den besonderen Schutz für schwerbehinderte Menschen. Ab einem Grad der Behinderung von mindestens 50% gilt etwa, dass Schwerbehinderten eine für sie geeignete Tätigkeit angeboten werden muss und sie die gleichen Gehälter erhalten müssen, wie nicht Behinderte.

Beachtet Dein Arbeitgeber diese Pflichten nicht, kannst Du gegen ihn vorgehen. Du kannst ihn z.B. dazu auffordern, Dir ein Arbeitszeugnis auszustellen, Dir eine zusätzliche Vergütung für Feiertags- oder Sonntagsarbeit zu zahlen oder Dir einen schriftlichen Arbeitsvertrag zu geben. All Deine Rechte kannst Du zur Not auch mit einem Rechtsanwalt oder gerichtlich geltend machen. Hierbei unterstützt Dich sicher einer der unten stehenden Online Services.

Keine Abgaben an Versicherungen

Wenn Du einen Minijob hast, musst Du keine Abgaben an die Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das macht Dich für Arbeitgeber so attraktiv. Denn auch Dein Arbeitgeber muss weniger Abgaben für Dich zahlen. Du musst auch nichts weiter unternehmen. Dein Arbeitgeber beachtet in der Regel schon, dass Du keine Abgaben an Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlst.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

Es besteht zwar grds. die Rentenversicherungspflicht, also die Pflicht, dass von Deinem Gehalt ein Teil in die Rentenversicherung (3,7% Deines Gehalts) abfließt. Von dieser Pflicht kannst Du Dich aber durch schriftliche Mitteilung gegenüber der Deutschen Rentenversicherung befreien lassen. Den Antrag findest Du hier. Diesen füllst Du aus, unterschreibst ihn, legst ihn Deinem Arbeitgeber zum Ausfüllen und Unterschreiben vor und reichst ihn anschließend bei der Deutschen Rentenversicherung ein.

Das bedeutet

Wenn Du Dich von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt, zahlst Du keine Abgaben und kannst bis zu 450 EUR im Monat ausgezahlt bekommen (Brutto = Netto).

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

Auch im Minijob besteht zwar grds. die Rentenversicherungspflicht, also die Pflicht, dass von Deinem Gehalt ein Teil in die Rentenversicherung (3,7 Prozent Deines Gehalts) abfließt.

Von dieser Pflicht kannst Du Dich aber durch schriftliche Mitteilung gegenüber der Deutschen Rentenversicherung befreien lassen. Den Antrag findest Du hier. Diesen füllst Du aus, unterschreibst ihn, legst ihn Deinem Arbeitgeber zum Ausfüllen und Unterschreiben vor und reichst ihn anschließend bei der Deutschen Rentenversicherung ein.

Bis zu 450 EUR netto erhalten

Wenn Du Dich von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt, zahlst Du keine Abgaben und kannst bis zu 450 EUR im Monat ausgezahlt bekommen (Brutto = Netto).

Ja! Denn zum einen besteht in Deutschland die Pflicht, kranken- und pflegeversichert zu sein und zum anderen trifft einer der folgenden Punkte in der Regel auf Deine Situation zu.

Du bist Student

Als Student mit Wohnsitz in Deutschland bist Du in der Regel über Deine Eltern in der Familienversicherung kranken- und pflegeversichert. Dies gilt grds. bis zu dem Zeitpunkt, in dem Du das 25. Lebensjahr vollendest, Du also 25 wirst. Eine Ausnahme gilt, wenn Du einen Freiwilligendienst oder den Wehrdienst absolviert hast. Dann kannst Du auch bis Du 26 wirst, in der Familienversicherung bleiben.

Solltest Du als Student nicht (mehr) über Deine Eltern in der Familienversicherung sein, musst Du Dich selbst versichern. Am besten über eine Krankenversicherung für Studenten. Die gesetzliche Krankenversicherung (inkl. Pflegeversicherung) kostet pro Monat rund 100 EUR. Wenn Du BAföG bekommst, dann bekommst Du mit dem BAföG einen Zuschuss für Deine Kranken- und Pflegeversicherung. Für weitere Informationen zur Krankenversicherung im Studium siehe hier für die Familienversicherung und hier für die Krankenversicherung für Studenten.

Du hast einen Hauptjob

Wenn Du den Minijob nur als Nebenjob ausübst und Du in einer anderen Beschäftigung schon in die Kranken- und Pflegeversicherung einzahlst, dann musst Du Dich nicht nach einer anderweitigen Versicherung umschauen. Achte hier aber darauf, dass Du Deinen Arbeitgeber in Deinem Hauptjob fragst, ob Du einen Minijob nebenbei und damit eine Nebentätigkeit ausüben darfst.

Du beziehst Arbeitslosengeld I oder II (Hartz4)

Wenn Du Arbeitslosengeld I oder II bekommst, übernehmen die Arbeitsagenturen beziehungsweise Jobcenter die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, solange Du einen Leistungsanspruch auf Arbeitslosengeld I oder II hast. Dieser kann natürlich entfallen, wenn Du zu viel verdienst, etwa indem Du mehrere Minijobs gleichzeitig ausübst. Hier musst Du regelmäßig mit Deinem Jobcenter sprechen und fragen, wie viel Du verdienen darfst, damit die Kranken- und Pflegeversicherung noch von ihnen bezahlt wird.

Du hast mehrere Minijobs gleichzeitig

Wenn Du mehrere Minijobs gleichzeitig hast, dann liegt Dein Verdienst aller Wahrscheinlichkeit nach insgesamt über 450 EUR im Monat. Ist das der Fall, sind automatisch alle Deine Jobs versicherungspflichtig. Das heißt, dass Du in jedem Deiner 450 EUR Jobs Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen musst. Dann bist Du automatisch versichert. Ausnahme: Du hast einen 450 EUR Minijob und einen kurzfristigen Minijob. Dann bist Du weiterhin von den Abgaben an die Kranken- und Pflegeversicherung befreit. Siehe hierzu weiter unten bei „mehrere Minijobs“.

Ja!

Dein Arbeitgeber muss Dich auch beim Minijob für Unfälle auf dem Weg zur Arbeit und zurück sowie für Unfälle während der Arbeitszeit versichern.

Tut er dies nicht, muss Dein Arbeitgeber die Kosten selbst tragen.

Keine Sozialabgaben & unbegrenzter Verdienst

Wenn Du die rechtlichen Vorgaben zum kurzfristigen Minijob einhältst (siehe unten), dann musst Du auf Dein Gehalt im kurzfristigen Minijob keine Sozialabgaben (also keine Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge) zahlen. Das heißt, dass Du das vereinbarte Gehalt vollständig ausgezahlt bekommst. Dieses darf beim kurzfristigen Minijob übrigens über 450 EUR liegen.

Diese Vorgaben musst Du einhalten, um Sozialabgaben zu sparen

  • 5-7-Tage Arbeitswoche – Minijob bis zu 3 Monate: Wenn Du eine 5-7-Tage Arbeitswoche hast, darf Dein kurzfristiger Minijob nicht länger dauern als 3 Monate am Stück;
  • Weniger als 5-Tage Arbeitswoche – Minijob bis zu 70 Tage pro Jahr: Wenn Du eine 1-4 Tage Arbeitswoche hast, darfst Du pro Kalenderjahr nicht mehr als 70 Arbeitstage in allen kurzfristigen Minijobs zusammengerechnet arbeiten;
  • Alle kurzfristigen Minijobs werden zusammengerechnet: Wenn Du mehrere kurzfristige Minijobs hast, musst Du beachten, dass Du mit allen kurzfristigen Minijobs zusammengerechnet insgesamt maximal 3 Monate (bei 5-7-Tage Arbeitswoche) oder insgesamt 70 Arbeitstage (bei 1-4 Tage Arbeitswoche) arbeitest;
  • Keine berufsmäßige Beschäftigung: Wenn Du mehr als 450 EUR im Monat verdienst, darf Dein kurzfristiger Minijob für Dich nicht die Hauptbeschäftigung in Deinem Leben sein. Du musst ihn also quasi nur als Nebentätigkeit, eben als Minijob betreiben. Wenn Du Student bist, ist das relativ einfach. Dann hast Du Dein Studium als Hauptbeschäftigung.

Wenn Du diese Grenzen überschreitest, hast Du keinen kurzfristigen Minijob mehr. Es kann jedoch sein, dass Du einen oder mehrere 450 EUR Minijobs hast und damit ebenfalls Sozialabgaben sparen kannst. Das ist der Fall, wenn Du regelmäßig (also im Durchschnitt auf ein Jahr gerechnet) bei allen Minijobs zusammengerechnet nicht mehr als 450 EUR verdienst.

Keine Abgaben an Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- & Rentenversicherung, wenn Du insgesamt unter 450 EUR bleibst oder 450 EUR Minijob mit kurzfristigem Minijob kombinierst

In den folgenden Punkten zeigen wir Dir die Rechtsfolgen davon auf, wenn Du 2 oder mehr Minijobs hast:

  • 450 EUR Minijob & kurzfristiger Minijob: Wenn Du einen 450 EUR Minijob hast und einen kurzfristigen Minijob bei einem anderen Arbeitgeber, ist das ok. Du kannst bei beiden Jobs die Sozialabgaben sparen und damit das volle Gehalt ausgezahlt bekommen. Auch Dein Gehalt kann dann aufs Jahr gerechnet insgesamt 450 EUR pro Monat übersteigen. Also kann Dein Gehalt insgesamt mehr als 5.400 EUR pro Jahr betragen;
  • Mehrere 450 EUR Jobs: Hast Du mehrere 450 Euro Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern, darf Dein Verdienst aus allen Minijobs zusammengerechnet nicht über 450 EUR liegen. Überschreitest Du die Grenze von 450 EUR monatlich, dann musst Du auf alle Jobs Sozialabgaben zahlen. Ist das der Fall, musst Du all Deinen Arbeitgebern mitteilen, dass Du die 450 EUR Grenze pro Monat überschreitest. Sie müssen dann die Abgaben für Dich bei der Krankenversicherung, der Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung anmelden;
  • Minijob und normale Beschäftigung: Nimmst Du zusätzlich zu einem 450 Euro Job eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, also eine ganz normale Beschäftigung, bei einem anderen Arbeitgeber auf, hat dies keinen Einfluss auf Deinen Minijob. Dieser bleibt von Sozialabgaben befreit.

Wenn Du keine Abgaben an die oben genannten Versicherungen zahlen möchtest, musst Du darauf achten, dass Du die oben genannten Grenzen nicht überschreitest. Tust Du dies doch, dann musst Du Deinem Arbeitgeber dies melden. Er meldet Dich dann bei den Versicherungen an und die Beiträge gehen von Deinem Gehalt runter.

Wenn Du Student bist und einen 450 EUR Minijob hast, gelten für Dich im Prinzip die gleichen Regeln wie für Nicht-Studenten. Siehe hierfür einmal oben und unten zu den anderen Fragen.

Das Wichtigste für Dich als Student ist hier nochmal aufgeführt:

  • Keine Abgaben zahlen: Du musst grds. keine Abgaben an Kranken-, Pflege- & Arbeitslosenversicherung zahlen. Du musst nichts weiter unternehmen. Dein Arbeitgeber beachtet in der Regel schon, dass Du keine Abgaben an Kranken-, Pflege- & Arbeitslosenversicherung zahlst. Du kannst Dich auch von den Abgaben an die Rentenversicherung befreien lassen. Siehe hierzu oben;
  • Wöchentliche Arbeitszeit: Wenn Du nur einen einzigen 450 EUR Job ausübst, hast Du in Bezug auf die wöchentliche Arbeitszeit praktisch nichts zu beachten. Denn Du musst mindestens den Mindestlohn erhalten und darfst höchstens 450 EUR im Monat verdienen. Beides zusammen führt zwangsläufig dazu, dass Du nicht mehr als 50 Stunden im Monat arbeiten solltest. Wenn Du mehr arbeitest, kann es sein, dass Du den Mindestlohn nicht bekommst. Diesen kannst Du von Deinem Arbeitgeber dann einfordern;
  • Minijob oder Werkstudent: Wenn Du zwar über 450 EUR im Monat verdienst, aber nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest, kannst Du als Werkstudent gelten. Auch als Werkstudent zahlst Du keine Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung. Du musst nichts weiter unternehmen. Dein Arbeitgeber beachtet in der Regel schon, dass Du keine Abgaben an Kranken-, Pflege- & Arbeitslosenversicherung zahlst. Du zahlst aber in die Rentenversicherung ein und kannst Dich hiervon grds. auch nicht befreien lassen;
  • 5.400 EUR Grenze bei BAföG: Wenn Du BAföG bekommst, darfst Du pro Jahr nur 5.400 EUR über Deinen 450 EUR Minijob dazu verdienen. Verdienst Du mehr dazu, wird Dir der Mehrverdienst auf Deinen BAföG Anspruch angerechnet. Du bekommst also weniger BAföG.

Wenn Du Student bist und einen kurzfristigen Minijob hast, gelten für Dich im Prinzip die gleichen Regeln wie für Nicht-Studenten. Siehe hierfür einmal oben und unten zu den anderen Fragen.

Das Wichtigste für Dich als Student ist hier nochmal aufgeführt:

  • Keine Abgaben zahlen: Du musst grds. keine Abgaben an Kranken-, Pflege- & Arbeitslosenversicherung zahlen. Du musst nichts weiter unternehmen. Dein Arbeitgeber beachtet in der Regel schon, dass Du keine Abgaben an Kranken-, Pflege- & Arbeitslosenversicherung zahlst. Du kannst Dich auch von den Abgaben an die Rentenversicherung befreien lassen. Siehe hierzu oben;
  • Wöchentliche Arbeitszeit: Wenn Du nur einen einzigen kurzfristigen Minijob ausübst, hast Du als Student in Bezug auf die wöchentliche Arbeitszeit praktisch nichts zu beachten. Denn Du darfst verdienen, was Du möchtest und Du darfst höchstens 3 Monate (bei einer 5-7 Tage Arbeitswoche) oder 70 Tage insgesamt (bei einer 1-4 Tage Arbeitswoche) arbeiten;
  • Minijob oder Werkstudent: Wenn Du mehr und länger, jedoch nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest, aber über 450 EUR im Monat verdienst, kannst Du als Werkstudent gelten. Auch als Werkstudent zahlst Du keine Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung. Du musst nichts weiter unternehmen. Dein Arbeitgeber beachtet in der Regel schon, dass Du keine Abgaben an Kranken-, Pflege- & Arbeitslosenversicherung zahlst. Du zahlst aber in die Rentenversicherung ein und kannst Dich hiervon grds. auch nicht befreien lassen;
  • 5.400 EUR Grenze bei BAföG: Wenn Du BAföG bekommst, darfst Du pro Jahr nur 5.400 EUR über Deinen Minijob dazu verdienen. Verdienst Du mehr dazu, wird Dir der Mehrverdienst auf Deinen BAföG Anspruch angerechnet. Du bekommst also weniger BAföG.

Obergrenze von 5.400 EUR pro Jahr

Wenn Du BAföG bekommst, darfst Du in einem Minijob, egal ob 450 EUR Minijob oder kurzfristiger Minijob, pro Jahr höchstens 5.400 EUR bzw. pro Monat höchstens 450 EUR verdienen.

Solltest Du mehr verdienen, als die genannten Obergrenzen, wird dieser Mehrverdienst auf Dein BAföG angerechnet. Du bekommst dann also weniger BAföG. Du bist in diesem Fall verpflichtet, dem BAföG Amt mitzuteilen, dass Du mehr als die 5.400 EUR pro Jahr verdienst. Tust Du das nicht, kann das BAföG Amt, sobald es rausbekommt, dass Du mehr verdient hast, Deinen BAföG Anspruch nachträglich kürzen.

Deine Vorteile als Werkstudent

  • Auch als Werkstudent zahlst Du keine Abgaben für die Arbeitslosen-, Pflege- & Krankenversicherung. Das macht Dich für Arbeitgeber so attraktiv. Denn auch Dein Arbeitgeber muss weniger Abgaben für Dich zahlen. Du zahlst aber in die Rentenversicherung ein. Hiervon kannst Du Dich auch grds. nicht befreien lassen;
  • Als Werkstudent darfst Du aber auch über 450 EUR monatlich verdienen und kannst trotzdem weiterhin von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit sein.

Wie bin ich denn dann krankenversichert?

  • Familienversicherung: Wenn Du über Deine Eltern oder Deinen Ehegatten in der Familienversicherung versichert bist, höchstens 445 EUR im Monat verdienst und noch unter 25 Jahre (bei Freiwilligendienst oder Wehrdienst auch bis zu 26) bist, musst Du nichts dazu zahlen. Du bleibst über die Familienversicherung versichert;
  • Studententarif in der Krankenversicherung: Wenn Du nicht mehr in der Familienversicherung bist, weil Du zu viel verdienst oder zu alt bist, dann musst Du Dich gesetzlich oder privat krankenversichern. Den Studententarif kannst Du bis zum 14. Semester oder bis zu Deinem 30. Lebensjahr buchen.

Wann bin ich Werkstudent?

Das sind die Voraussetzungen, die Du erfüllen musst, um als Werkstudent zu gelten und damit von den Abgaben befreit zu sein:

  • Ordentlicher Student: Du musst ordentlicher Student sein. Das heißt, dass Du Deine Zeit und Deine Arbeitskraft überwiegend für Dein Studium aufwendest. Deine Beschäftigung darf gegenüber Deinem Studium also nur eine untergeordnete Rolle spielen;
  • 20 Std. pro Woche in der Vorlesungszeit: Damit Du als Werkstudent giltst und damit verringerte oder keine Abgaben zahlst, darfst Du in der Vorlesungszeit insgesamt bis zu 20 Std. arbeiten. Eine Ausnahme gilt: Wenn Dein Job auf höchstens auf 26 Wochen befristet ist, darfst Du an Wochenenden, nachts oder abends auch mehr als 20 Std. pro Woche arbeiten;
  • In den Semesterferien: In der vorlesungsfreien Zeit darfst Du höchstens in 26 Wochen pro Jahr mehr als 20 Std. pro Woche arbeiten. Egal ob nachts, abends oder an Wochenenden. Also auch in der Woche;
  • Werkstudent & 450 EUR Minijob: Wenn Du sowohl einen Werkstudenten- als auch einen Minijob hast, ist es wichtig, dass beide Tätigkeiten zusammengenommen nicht mehr als 20 Stunden pro Woche umfassen;
  • Verdienst egal: Bei der Beurteilung, ob Du Werkstudent bist oder nicht, spielt Dein Gehalt keine Rolle. Du kannst also mehr als 450 EUR monatlich verdienen;
  • Ausnahmen: Es gibt zahlreiche Ausnahmen, wann das Privileg der Abgabenersparnis nicht gilt und Du also Abgaben an die Arbeitslosen-, Pflege- & Krankenversicherung zahlen musst. Für die Ausnahmen schau einmal hier;
  • Werkstudent & Master- oder Bachelorarbeit: Die oben genannten Punkte gelten auch, wenn Du Deine Masterarbeit oder Deine Bachelorarbeit schreibst und nebenbei als Werkstudent arbeitest. Denn auch als Masterand oder Bachelor bist Du grds. noch Student. Und wenn Du die Kriterien hier einhältst, zahlst Du keine Abgaben zur Arbeitslosen-, Pflege- & Krankenversicherung.

Was passiert, wenn ich diese Kriterien nicht erfülle?

Wenn Du einen der o.g. Punkte nicht erfüllst, dann kann es immer noch sein, dass Du einen 450 EUR Minijob oder einen kurzfristigen Minijob hast. Auch dann musst Du keine Abgaben für Arbeitslosen-, Pflege- & Krankenversicherung zahlen.

Wenn Du auch nicht unter einen 450 EUR Minijob oder einen kurzfristigen Minijob fällst, dann bist Du wahrscheinlich normaler Arbeitnehmer und zahlst auch Abgaben an die Arbeitslosen-, Pflege- & Krankenversicherung.

Ja!

Grds. gilt auch für Minijobs, dass Du den gesetzlichen Mindestlohn bekommen musst.

Das bedeutet, dass Du eigtl. nur so viele Stunden im Monat arbeiten darfst, bis Du mit Deinem Verdienst die 450 EUR Marke erreichst.

Beachte: bei festem Gehalt & variabler Arbeitszeit

Erhälst Du als Minijobber ein festes Arbeitsentgelt von bis zu 450 EUR im Monat und arbeitest Du die mit Deinem Arbeitgeber zuvor vereinbarten Arbeitsstunden flexibel nach Bedarf ab, kann es vorkommen, dass Du in manchen Monaten so viele Stunden erreichst, dass Du den Mindestlohn unterschreitest. In anderen Monaten arbeitest Du dafür so wenig, dass Du den Mindestlohn überschreitest.

Um festzustellen, ob Du noch als Minijobber giltst und die entsprechenden Begünstigungen bekommst (siehe oben), musst Du einmal auf Deinen Jahresdurchschnittsverdienst schauen. Dein kompletter Jahresverdienst muss so sein, dass

  • Du mindestens den aktuell geltenden Mindestlohn pro Stunde bekommst, und
  • Dein Jahresverdienst nicht über 5.400 EUR liegt (12 Monate x 450 EUR).

Und wenn das nicht eingehalten wird?

Erhältst Du im Durchschnitt also nicht den gesetzlichen Mindestlohn, kannst Du diesen von Deinem Arbeitgeber einfordern.

Übersteigt Dein Arbeitsentgelt im Jahr insgesamt die 5.400 EUR, fallen die Begünstigungen des Minijobs, also insbesondere die geringeren Sozialabgaben weg und Dein Arbeitgeber und auch Du müssten Sozialabgaben, wie etwa Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung zahlen. Das könnte im Ergebnis dazu führen, dass Du im Monat weniger als 450 EUR bekommst. Achte also einmal darauf und sprich zur Not mit Deinem Arbeitgeber, dass er Dich z.B. für weniger Stunden einteilt, falls Du über die 5.400 EUR im Jahresdurchschnitt kommst.

Ja, das darfst Du!

Du musst jedoch die folgenden Punkte beachten:

  • Zeitliche Obergrenze: Du darfst in Deinem Minijob höchstens 14 Stunden und 59 Minuten pro Woche arbeiten;
  • Meldung: Du musst die Nebentätigkeit der Agentur für Arbeit so früh wie möglich melden, spätestens aber am ersten Tag des Minijobs;
  • Grenze des Nettoeinkommens: Dein Nettoeinkommen aus dem Minijob darf die Freibetragsgrenze von 165 Euro nicht überschreiten;
  • Arbeitssuche: Deine eigentliche Arbeitssuche darf durch den Minijob nicht vernachlässigt werden.

Ja.

Aber ein Teil Deines Gehalts aus dem Minijob wird auf Deinen ALG II Satz angerechnet.

Es gilt also Folgendes, wenn Du Arbeitslosengeld II bekommst und einen Minijob hast:

  • 100  EUR darfst Du behalten: 100 EUR aus dem Minijob sind anrechnungsfrei. Das heißt, Dein ALG II Satz sinkt nicht;
  • weitere 20% darfst Du behalten: Zusätzlich zu den 100 EUR sind 20% der weiteren Einkünfte (über 100 EUR) aus Deinem Minijob anrechnungsfrei. Bekommst Du also monatlich genau 450 EUR über Deinen Minijob, dann sind 170 EUR davon anrechnungsfrei und senken Deinen ALG II Satz nicht;
  • Rest wird angerechnet: Die restlichen 280 (Differenz zwischen 450 EUR & 170 EUR) werden auf Deinen ALG II Satz angerechnet. Dadurch sinkt also der Betrag, den Du monatlich über Dein ALG II bekommst.

Beim 450 EUR Minijob – keine Steuern

Wenn Du einen 450 EUR Minijob hast, zahlst Du keine Steuern. Du zahlst also weder die Lohnsteuer über Deine Monatsabrechnung, noch Einkommenssteuer am Ende des Jahres.

BAföG, Stipendien, Unterhalt Deiner Eltern – keine Steuern

Auf BAföG, Stipendien und Unterhaltszahlungen von Deinen Eltern zahlst Du ebenfalls keine Steuern.

Freibetrag von 9.408 EUR netto (2020) – Was heißt das?

Der Freibetrag bedeutet, dass Du so viel verdienen kannst, ohne hierauf Steuern zu zahlen. Also weder Lohnsteuer noch Einkommenssteuer. Diese beiden Steuern sind übrgs. genau genommen, dasselbe.

Werkstudent & nicht verheiratet & Verdienst bis zu 1.081 EUR brutto – keine Steuern

Bist Du Werkstudent, hast genau einen Job, bist nicht verheiratet, hast die Lohsteuerklasse I und verdienst höchstens 1.082 EUR brutto, zahlst Du auch keine Steuern. Du zahlst also weder die Lohnsteuer über Deine Monatsabrechnung, noch Einkommenssteuer am Ende des Jahres. Meist bekommst Du Dein Gehalt dann abzüglich Versicherungen und Pauschalen netto ausgezahlt. Bei 1.081 EUR brutto sind das ca. 784 EUR netto.

Verdienst Du mehr als 1.081 EUR brutto, zahlst Du auf den überschießenden Betrag Lohnsteuer und damit ggf. auch Einkommenssteuer.

Mehrere Jobs – Steuern zahlen bei über 9.408 EUR Verdienst

Wenn Du mehrere Jobs hast, musst Du Einkommenssteuer zahlen, wenn Du am Ende des Kalenderjahres über den Freibetrag kommst. Mach in diesem Fall am besten eine Einkommenssteuererklärung.

Du bist Selbstständig? – Einkommenssteuererklärung machen!

Wenn Du selbstständig bist, musst Du immer eine Einkommenssteuererklärung machen. Wenn Du dann mit der Selbstständigkeit alleine oder zusammen mit mehreren Jobs über den Freibetrag verdienst, musst Du auf den überschießenden Teil Einkommenssteuer zahlen.

Mit allen Jobs zusammen über 9.408 EUR pro Jahr – Einkommenssteuer muss gezahlt werden

Wenn Du mit allen Jobs zusammengerechnet über 9.408 EUR pro Jahr verdienst, egal ob mit Minijob, als Werkstudent, als normal Angestellter oder als Selbstständiger, musst Du eine Steuererklärung machen und auf den Teil, der über 9.408 EUR hinaus geht, Einkommenssteuer zahlen. Es kann auch sein, dass Du schon über Deine Monatsabrechnung Lohnsteuer gezahlt hast. Ist das der Fall, wird das bei Deiner Einkommenssteuererklärung angerechnet. Du musst keine Steuern doppelt zahlen.

Keine Steuerklasse bei 450 EUR Minijobs

Wenn Du nur einen einzigen oder auch mehrere 450 EUR Minijob ausübst, brauchst Du normalerweise keine Steuerklasse. Dein Arbeitgeber führt eine Pauschalsteuer ab und Dir selbst werden keine Steuern abgezogen.

Steuerklasse 1 bei kurzfristigem Minijob

Bei einem kurzfristigem Minijob verlangt Dein Arbeitgeber in der Regel eine Steuerklasse von Dir, denn Du verdienst hier oft mehr als 450 EUR pro Monat. Wenn Du noch keinen anderen Job hast, bei dem Du auf Lohnsteuerklasse 1 arbeitest, dann gilt beim kurzfristigen Minijob die Steuerklasse 1 für Dich.

Einen normalen Job und einen 450 EUR Minijob

Wenn Du einen normalen Job, also auch Werkstudentenjob, und einen 450 EUR Minijob, dann arbeitest Du im Werkstudentenjob in der Steuerklasse 1 und beim 450 EUR Minijob in gar keiner Steuerklasse (siehe oben). Du musst Deinem Arbeitgeber in Deinem normalen Job aber keine Lohnsteuerkarte geben, sondern nur Deine Steueridentifikationsnummer (SteuerID) mitteilen. Diese hast Du irgendwann einmal von Deinem Finanzamt bekommen. Falls Du sie nicht mehr weißt, frag hier gerne nach.

Mehrere Werkstudentenjobs oder kurzfristige Minijobs

Sobald Du mehrere Jobs als Werkstudent oder mehrere kurzfristige Minijobs oder beides in Kombination, dann kannst Du nur in einem der Jobs in der Steuerklasse 1 arbeiten. Im anderen Job arbeitest Du dann in der Steuerklasse 6. In der Steuerklasse 6 zahlst Du viel mehr Lohnsteuern.

Du solltest in dem Job in der Steuerklasse 1 arbeiten, in dem Du mehr verdienst. Denn hier sparst Du dann mehr Steuern.

Du bist verheiratet oder alleinerziehend? Dann gelten anderer Regeln

Wenn Du verheiratet oder alleinerziehend bist, gelten andere Regeln. Dann bist Du ggf. auch gar nicht mehr in den Steuerklassen 1 und 6, sondern in den Steuerklassen 2-5. Schaue hierzu einmal in dem sehr guten Artikel auf dieser Seite.

Du willst so viel es geht netto haben?

Wenn Du so viel Geld wie möglich netto überhaben möchtest, dann achte darauf, dass Du Minijobs (450 EUR Minijobs und kurzfristige Minijobs) ausübst und die Gehaltsgrenzen nicht überschreitest. Wenn Du Dich dann sogar noch von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt, hast Du meist Dein Bruttogehalt = Nettogehalt.

Achte jedoch darauf, dass bei mehreren 450 EUR Minijobs schnell die 450 EUR Monatsgrenze überschritten ist und Du dann sofort bei allen Jobs auch die Abgaben an die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen musst. Eine Kombination von 450 EUR Minijob und kurzfristigen Minijob ist jedoch möglich, auch ohne, dass Du sofort alle Abgaben zahlen musst. Schau hierfür mal oben bei „mehrere Minijobs“.

Du willst wissen, ob Du in der Familienversicherung versichert bist?

Wenn Du nicht weißt, ob Du in der Familienversicherung kranken- und pflegeversichert bist, frag hier einmal Deine Eltern (oder auch Deinen Ehepartner) oder ruf selbst bei Deiner Versicherung an. Falls Du hier nicht versichert bist, musst Du eine eigene Versicherung abschließen. Frag Deine Versicherung dann einmal nach guten Tarifen. Für Einzelheiten schau einmal oben zum Punkt „Kranken- und Pflegeversicherung“.

Du hast weitere Fragen?

Super viele und richtig gute Infos zu Minijobs und Werkstudententätigkeiten findest Du auch hier.

Wenn Du weitere Fragen hast, nutze das Kontaktformular ganz unten auf dieser Seite oder schaue bei einem der unten stehenden Online Services vorbei. Diese sind meist in der Erstberatung vollkommen kostenfrei. Wenn Du direkt einen Anspruch durchsetzen möchtest, zahlst Du oft nur dann etwas, wenn sie Deinen Anspruch mit Erfolg durchsetzen konnten.