Dein Recht bei nicht bestandener Prüfung

Du hast eine Prüfung nicht bestanden? Die Prüfung war besonders wichtig? Kein Problem! Im Prüfungsrecht gibt’s Möglichkeiten, gegen die nichtbestandene Prüfung vorzugehen. Wir zeigen Dir Deine Chancen!

Du kannst gegen das Prüfungsergebnis vorgehen.

Folgende Möglichkeiten des Vorgehens kommen in Betracht:

  • Härtefallantrag auf einen zusätzlichen Prüfungsversuch: Abweichend von den Regelungen der Prüfungsordnung sehen Hochschulen Sonderbestimmungen für zusätzliche Wiederholungsmöglichkeiten bei sogenannten Härtefällen vor. Um eine solche zusätzliche Chance für den Prüfungsantritt wahrnehmen zu können, musst Du einen entsprechenden Antrag an den Prüfungsausschuss stellen.
  • Antrag auf eine mündliche Ergänzungsprüfung: Manchmal gibt es auch die Chance, einen Antrag auf eine mündliche Ergänzungsprüfung zu stellen. Erkundige Dich in der Prüfungsordnung, ob es für Dein Modul diese Möglichkeit gibt.
  • Einlegen des Widerspruchs und Anfechtung der Bewertung.
  • Studiengang- oder Hochschulwechsel: Ist die nicht bestandene Prüfung am Lehrplan einer anderen Hochschule für Deinen Studiengang kein Pflichtstoff, kannst Du als Ausweg die Uni wechseln und Dein Studium an einer anderen Hochschule fortsetzen.

Wenn Härtefallantrag und Antrag auf mündliche Ergänzungsprüfung nichts gebracht haben, solltest Du immer folgende Schritte beachten.

  • Gedächtnisprotokoll: Fertige ein Gedächtnisprotokoll Deiner Prüfung an. Schreib hier rein, was aus Deiner Sicht im Ablauf der Prüfung, in den Umständen der Prüfung und im Inhalt der Prüfung schief gelaufen ist;
  • Akteneinsicht: Stelle einen Antrag auf Akteneinsicht gegenüber der Prüfungsbehörde;
  • Schriftliche Begründung: Stelle einen Antrag auf schriftliche Begründung der Prüfungsentscheidung gegenüber der Prüfungsbehörde (dieser Antrag sollte nach einer mündlichen Prüfung unverzüglich erfolgen);
  • Prüfungsfehler darstellen: Stelle die von Dir bemerkten Bewertungs- und Verfahrensfehler gegenüber der Prüfungsbehörde schriftlich dar,
  • Widerspruch & Klage: Du musst form- und fristgemäß Widerspruch bzw. Klage bzw. ein gerichtliches Eilverfahren beantragen. Die Wahl, welches Rechtsmittel Du nehmen solltest, hängt ab von der jeweiligen Strategie und dem jeweiligen Bundesland.

Du kannst gegen Bewertungsfehler und Verfahrensfehler vorgehen.

Wenn Du in einer Prüfung durchgefallen bist, hast Du zwei Wege, gegen die Bewertung Deiner Prüfung vorzugehen. Einerseits kannst Du gegen Bewertungsfehler durch Deinen Prüfer vorgehen. Ein typischer Fehler ist hier z.B., dass der Prüfer Deine Ansicht nicht akzeptiert, obwohl sie in Literatur und Praxis unterstützt wird. Und andererseits kannst Du das Prüfungsverfahren beanstanden. Ein typischer Verfahrensfehler ist hier z.B., dass es keinen Zweitkorrektor gab oder ein Zweitkorrektor gar nicht wirklich bewertet, sondern nur unterschrieben hat.

Verfahrensfehler sind Fehler in der Art und Weise der Durchführung der Prüfung. Bewertungsfehler sind inhaltliche Fehler, die Dein Prüfer in der Korrektur macht.

Wenn Deine Uni/FH bei Deiner Prüfung Verfahrensfehler gemacht hat, stehen Deine Chancen gut, dass Du die Bewertung Deiner Prüfung angreifen kannst. Angreifen heißt hier, dass Du gegen die Bewertung deiner Prüfung vorgehen kannst. Hast Du damit Erfolg, kannst Du Deine Prüfung nochmal machen.

Typische Verfahrensfehler sind die Folgenden:

  • Kein Zweitprüfer: Während der Prüfung ist kein Zweitprüfer bzw. Beisitzer anwesend oder ein Zweitprüfer gab es gar nicht, ob wohl er in der Prüfungsordnung vorgeschrieben ist;
  • Fehlerhaftes Prüfungskomitee: Das Prüfungskomitee ist nicht wie in der Prüfungsordnung vorgeschrieben zusammengesetzt;
  • Zu wenig Prüfungszeit: Du hast weniger Prüfungszeit gehabt als in der Prüfungsordnung festgeschrieben;
  • Protokoll vergessen: Es wurde kein Protokoll über die Prüfung geführt, obwohl dies in der Prüfungsordnung festgeschrieben ist;
  • Störende Außeneinwirkung: Während der Prüfung gibt es störende Einwirkungen wie Lärm- oder Geruchsbelästigung oder es herrscht eine unzumutbar hohe oder niedrige Temperatur im Prüfungsraum;
  • Falscher Vorwurf eines Täuschungsversuchs: Dir wird ein Täuschungsversuch vorgeworfen, obwohl Du gar nicht getäuscht hast;
  • Fristen nicht beachtet: Fristen werden nicht beachtet, zum Beispiel:
    • Frist für den Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist zu kurz,
    • Frist für die Prüfungsanmeldung ist zu kurz,
    • Frist zur Abmeldung von der Prüfung ist zu kurz,
    • Frist zur Anmeldung für die Wiederholungsprüfung ist zu kurz.
  • Falsche Prüfungsform: Die Form, in der Du geprüft wirst (mündlich, schriftlich, sonstige Form), ist falsch und entspricht nicht der Prüfungsordnung.

Bewertungsfehler sind inhaltliche Fehler, die Dein Prüfer in der Korrektur macht. Verfahrensfehler sind Fehler in der Art und Weise der Durchführung der Prüfung.

Wenn Deine Uni oder Dein Professor Bewertungsfehler gemacht hat, hast Du auch Chancen, gegen die Bewertung Deiner Prüfung vorzugehen. Bewertungsfehler sind schwerer nachzuweisen als Verfahrensfehler. Dennoch kann man eine Prüfung wegen Bewertungsfehlern angreifen. Hast Du Erfolg, dann kann das unmittelbar zur Neubewertung Deiner Prüfung führen.

Folgende Bewertungsfehler sind typisch und Du kannst sie angreifen:

  • Falsche Bewertungen Deiner Antworten: Dein Prüfer hat Deine Antworten auf die Prüfungsfragen nicht akzeptiert, obwohl sie in Literatur und Praxis anerkannt sind;
  • Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot: Dein Prüfer hat Deine Antworten als fehlerhaft beurteilt, obwohl er dieselben Antworten bei einem Kommilitonen von Dir aber als richtig bewertet hat;
  • Folgefehler mehrfach berücksichtigt: Dein Prüfer hat ein und denselben Fehler, den Du durchgängig gemacht hast, mehrfach als Fehler bewertet und Dir daher mehrfach Punkte abgezogen;
  • Der Zweitprüfer hat beim Erstprüfer abgeguckt: Wenn Deine Prüfungsordnung es vorsieht, dass Deine Prüfung von mehreren Prüfern korrigiert wird, dann ist es ein Bewertungsfehler, wenn der Zweitprüfer Deine Prüfung ohne wirkliches Prüfen bewertet. Das ist oft der Fall, wenn der Zweitprüfer sich ohne Begründung der Bewertung des Erstprüfers anschließt;
  • Zu schwache Begründung der Bewertung: Dein Prüfer bewertet Deine Prüfung schlecht, ohne hierfür ausreichende Gründe zu haben;
  • Befangenheit des Prüfers: Dein Prüfer hat bereits Deinen ersten Prüfungsversuch bewertet oder steht sonst mit Dir in enger Verbindung bzw. steht Dir aufgrund anderer Ursachen generell abgeneigt gegenüber.

Du musst folgendes tun:

  • Schriftliche Begründung: Beantrage eine schriftliche Begründung der Bewertung von Deinem Prüfer;
  • Klausur-/Akteneinsicht: Beantrage innerhalb der hierfür vorgesehenen Frist Akten-/Klausureinsicht. Beachte, dass Du hierfür meist nur einige Wochen nach Mitteilung der Note Zeit hast;
  • Widerspruch: Wenn Du tatsächlich Fehler in der Bewertung gefunden hast, lege Widerspruch gegen die Bewertung ein. Den Widerspruch kannst Du auch schon einlegen, wenn Du noch keine Klausureinsicht beantragt hast. Du musst nämlich in jedem Fall die Frist für den Widerspruch einhalten. Diese beträgt meist nur 1 Monat ab der Bekanntgabe Deiner Note;
  • Begründung des Widerspruchs: Begründe den Widerspruch so genau wie möglich, damit Du der Widerspruchsbehörde und Deinem Prüfer die Möglichkeit gibst, ihre Fehler zu erkennen;
  • Überdenkungsverfahren: Stelle einen Antrag auf ein sog. Überdenkungsverfahren. Mit dem Überdenkungsverfahren erreichst Du, dass Dein Prüfer Deine Prüfung nochmal liest und seine Bewertung ggf. ändert. Den Antrag auf das Überdenkungsverfahren solltest Du mit konkreten Begründungen belegen. Denn je besser Du Deinen Antrag begründest, also je besser Du darlegst, dass Deine Prüfung besser hätte bewertet werden müssen, desto eher muss Dein Prüfer seine Benotung ändern;
  • Klage erheben: Wenn Überdenkungsverfahren und Widerspruch zu keinem besseren Ergebnis geführt haben, kannst Du Klage erheben. Warte auf jeden Fall das Ergebnis des Überdenkungsverfahrens und den Widerspruchsbescheid ab. Denn erst, wenn Du den Widerspruchsbescheid bekommen hast, kannst Du Klage erheben.

Im Überdenkungsverfahren wird Deinem Prüfer die Prüfung nochmal vorgelegt und er kann sie neu bewerten. Es ist wichtig, dass Du seine Fehler daher vorher ausführlich begründest.

Mit dem Überdenkungsverfahren erreichst Du, dass Dein Prüfer Deine Prüfung nochmal liest und seine Bewertung ggf. ändert. Den Antrag auf das Überdenkungsverfahren solltest Du mit konkreten Begründungen belegen. Denn je besser Du Deinen Antrag begründest, also je besser Du darlegst, dass Deine Prüfung besser hätte bewertet werden müssen, desto eher muss Dein Prüfer seine Benotung ändern.

Die Überdenkung kannst Du schon einmal so beantragen bei dem Lehrstuhl Deines Prüfers. Wenn dieser Antrag abgelehnt wird, dann solltest Du erst einmal Widerspruch gegen die Bewertungsentscheidung einlegen. Nach einem Widerspruch wird Deinem Prüfer die Klausur bzw. seine Bewertung nochmal zur erneuten Kontrolle vorgelegt.

Sowohl den Antrag auf Überdenkung als auch den Widerspruch musst Du begründen. In diese Begründung kannst Du alle Verfahrensfehler, die Du bereits beanstandet hast sowie alle Bewertungsfehler, die Du während der Klausureinsicht festgestellt hast, mit aufnehmen.

Unser Tipp: Im Antrag auf Überdenkung und in der Widerspruchsbegründung solltest Du gegenüber Deinem Prüfer einen netten Ton wahren. Wenn Dir also Fehler aufgefallen sind, bitte Deinen Prüfer um eine Erläuterung, damit Du die Bewertung besser nachvollziehen kannst. Sympathie zahlt sich aus. Meist erreichst Du mit dem Überdenkungsverfahren und im Widerspruch mehr, wenn Du die Hierarchie und Autorität des Prüfers anerkennst.

Du musst Störungen im Ablauf Deiner Prüfung sofort während der Prüfung bzw. unmittelbar danach beanstanden. Die Aufsicht muss Deine Beanstandung ins Protokoll aufnehmen.

Zunächst musst Du Störungen, die Dich während Deiner Prüfung so hart beeinträchtigen, dass Du Deine Prüfung nicht in Ruhe ablegen kannst, melden. Und das am besten schon während der Prüfung gegenüber dem Protokollführer. Oder unmittelbar nach Deiner Prüfung am Lehrstuhl Deines Prüfers.

Verfahrensfehler (diese sind oben aufgelistet), beanstandest Du am besten wie folgt:

  • Fehler vor der Prüfung: Wenn ein Fehler schon vor Deiner Prüfung bekannt ist, etwa weil Du plötzlich eine schriftliche Prüfung anstatt einer mündlichen Prüfung ablegen sollst oder weil Du erkannt hast, dass Dein Prüfer befangen ist, dann musst Du diese Punkte sofort, nachdem sie Dir aufgefallen sind, am besten schon vor der Prüfung, beanstanden (rügen).
  • Fehler während der Prüfung: Bei Fehlern während Deiner Prüfung (zum Beispiel störende Umstände wie Lärm, beeinträchtigende Hitze oder andere Belästigungen) musst Du sofort während Deiner Prüfung rügen. Du musst vom Protokollführer verlangen, dass er Deine Beanstandung (Rüge) ins Prüfungsprotokoll aufnimmt. Wenn Dir diese Fehler erst nach der Prüfung auffallen, wende Dich sofort an den Lehrstuhl des Prüfers oder an das Studierendensekretariat Deiner Uni und beanstande den Fehler.
  • Bestätigung Deiner Beanstandung: Lass Dir in jedem Fall eine Bestätigung Deiner Beanstandung mitgeben. Verlange also vom Protokollführer, dass er Dir spätestens nach der Prüfung Deine Rüge schriftlich bestätigen soll.

Nach der Bekanntgabe Deines Prüfungsergebnisses kannst Du Dich grds. nicht mehr gegen Verfahrensfehler wehren. Ab diesem Zeitpunkt kannst Du nur noch gegen Bewertungsfehler vorgehen.

Wenn Du erfolgreich gegen Bewertungsfehler vorgehst, wird Deine Prüfung direkt neu bewertet und Du bekommst ggf. eine bessere Note. Wenn Du erfolgreich gegen Verfahrensfehler vorgehst, kannst Du erreichen, dass die Prüfung erneut stattfindet.  

Die Folge einer erfolgreichen Beanstandung von Bewertungsfehlern ist die Neubewertung Deiner Prüfung durch denselben oder einen anderen Prüfer. Es kann also sein, dass Du dann unmittelbar eine bessere Note bekommst.

Die Folge einer erfolgreichen Beanstandung von Verfahrensfehlern ist die Wiederholung der Prüfung. Du legst die Prüfung also erneut ab. Die Prüfer oder Korrektor können dabei die gleichen sein, wie bei der ursprünglichen Prüfung, es sei denn, dass Dein Widerspruch gegen die Befangenheit der alten Prüfer gerichtet war.

Widerspruch musst Du schriftlich innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse beim Prüfungsausschuss einlegen.

Zuständige Stelle

Den Widerspruch erklärst Du gegenüber der Stelle, die das Prüfungsentscheidung getroffen hat, die Du beanstanden willst. Welche Stelle das ist, kannst Du dem Briefkopf oder der Rechtsbehelfsbelehrung Deines Prüfungsergebnisses entnehmen. Bei Prüfungsangelegenheiten ist in der Regel der Prüfungsausschuss zuständig.

Frist

Die Frist für die Erklärung des Widerspruchs beim Prüfungsausschuss beträgt einen Monat ab Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse. Bei mündlicher Bekanntgabe ist Fristbeginn der Zeitpunkt der Mitteilung der Ergebnisse.

Form

Den Widerspruch musst Du schriftlich einlegen. Den Widerspruch kannst Du selbst einlegen. Du brauchst also keinen Anwalt. Du hast folgende Möglichkeiten, den Widerspruch zu erklären:

  • Mit einem eigenhändig unterschriebenen Brief;
  • Mit einem Telefax, bei dem Du die Vorlage eigenhändig unterschrieben hast;
  • Durch Übermittlung eines elektronischen Dokuments (z.B. PDF), das Du mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen hast;

Beachte, dass Du den Widerspruch nicht mit einer einfachen E-Mail einlegen kannst, da hier die erforderliche Unterschrift bzw. Signatur fehlt.

Alternativ zur schriftlichen Beanstandung kannst Du den Widerspruch auch zur Niederschrift erklären. Dafür musst Du beim Prüfungsausschuss mündlich den Widerspruch erklären und dies schriftlich dokumentieren lassen. Die kenntnisnehmende Person und Du müssen die Niederschrift unterzeichnen.

Wirkung des Widerspruchs

Während des Widerspruchsverfahrens kannst Du Dein Studium fortsetzen und weitere Prüfungsleistungen „unter Vorbehalt“ erbringen, bis über den Widerspruch entschieden wurde.

Muster für Widerspruch

Du formulierst Deinen Widerspruch am besten auf einer Seite, auf der Du die Widerspruchsbehörde adressierst, das Datum draufschreibst, als Betreff „Widerspruch gegen die Prüfung vom …“ und dann am besten das Folgende aufnimmst:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich gegen den Prüfungsbescheid vom … (Az. …) Widerspruch ein. Eine Begründung bleibt einem weiteren Schriftsatz vorbehalten.

Hinsichtlich eines Termins zur Akteneinsicht werde ich mich in den nächsten Tagen mit Ihnen in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen,

(Unterschrift)

Ja. Du musst Deinen Widerspruch begründen. Du musst also alle von Dir festgestellten Verfahrens- und Bewertungsfehler in die Widerspruchsbegründung reinschreiben.

Dem Prüfungsausschuss und Deinem Prüfer soll durch das Widerspruchsverfahren die Möglichkeit gegeben werden, ihre Bewertung zu überdenken. Du musst also nachvollziehbar darlegen, warum das Prüfungsverfahren oder die Bewertung rechtswidrig war.

Folgende Punkte musst Du also darlegen:

  • Verfahrensfehler: Alle von Dir festgestellten Verfahrensfehler musst Du in der Widerspruchsbegründung aufzeigen. Zudem musst Du alle Belege, die Du hierüber bekommen hast, mit einreichen.
  • Bewertungsfehler: Du musst alle Bewertungsfehler in die Widerspruchsbegründung aufnehmen. Die Bewertungsfehler hast Du bereits über die Akteneinsicht festgestellt. Zur Orientierung schaue nochmal oben, welche Fehler Du als Bewertungsfehler rügen kannst.

Wird Dein Widerspruch abgelehnt, steht Dir noch die Möglichkeit offen, gegen diese Entscheidung vor Gericht zu klagen.

Wo und wann Du spätestens die Klage zu erheben hast, wird Dir im Widerspruchsbescheid erklärt. Den Widerspruchsbescheid erhältst Du schriftlich per Post.

In der Klage kannst Du erneut gegen Bewertungs- und Verfahrensfehler vorgehen. Es kann ja durchaus sein, dass die Widerspruchsbehörde die von Dir gerügten Fehler falsch bewertet hat.

Es ist ratsam, vor der Erhebung der Klage rechtliche Beratung zu beanspruchen, um die Erfolgsaussichten besser einschätzen zu können.

Befasst sich der Prüfungsausschuss Deiner Fakultät oder das zentrale Prüfungsamt als Widerspruchsbehörde nicht innerhalb von drei Monaten mit Deinem Anliegen, kannst Du Klage vor dem Verwaltungsgericht wegen Untätigkeit erheben.

Im Widerspruchsverfahren hast Du kaum Risiken. Du brauchst hier keinen Anwalt. Wenn Du einen Anwalt nimmst, kannst Du Dich auch erstmal günstig oder kostenlos beraten lassen. Bei einer Klage hast Du ein paar mehr Kosten.  

Widerspruch

Mit der Anfechtung Deines Ergebnisses per Widerspruch sicherst Du Dir die Möglichkeit, die Leistung erneut erbringen zu können oder eine Aufwertung Deiner Bewertung zu erreichen. Eine Verschlechterung Deiner Leistungseinschätzung darf nicht erfolgen.
Du solltest jedoch berücksichtigen, dass Du Deinen Widerspruch begründen musst.

Schon hierbei kann die Beratung durch einen Anwalt also hilfreich sein, der die Erfolgsaussichten eines Widerspruchs einschätzen und Dir strategische Tipps geben kann. Bei den Anwaltskosten für eine Ersteinschätzung der Erfolgsaussichten einer Anfechtung kannst Du mit ca. 100 € rechnen. Übernimmt der Anwalt die Widerspruchsbegründung, können dafür Kosten bis zu 600 € entstehen.

Das Prüfungsamt kann Verfahrenskosten für die Durchführung des Widerspruchsverfahrens erheben. Je nach Bundesland bewegen diese sich normalerweise zwischen 50 € und 150 €.

Klage

Erhebst Du nach erfolglosem Widerspruch Klage vor dem Verwaltungsgericht, musst Du die Verfahrenskosten in Höhe von ca. 100 € zahlen, wenn Du nicht Recht bekommst.

Spätestens, wenn Du Dich entscheidest, nach erfolglosem Widerspruch Klage gegen den Widerspruchsbescheid zu erheben, ist es ratsam, einen Anwalt zu engagieren. Dies bringt zusätzliche Kosten mit sich, da der Anwalt ein Honorar bekommt. Viele Anwälte geben Dir aber erstmal eine kostenlose Beratung.

Für den Widerspruch brauchst Du keinen Anwalt. Für die Klage solltest Du Dir einen Anwalt nehmen.

Widerspruch

Um den Widerspruch einzulegen und ihn zu begründen, musst Du nur die genannten Formen und Fristen einhalten. Du brauchst keinen Anwalt. Wenn Du Dir unsicher bist, solltest Du aber einen Anwalt beauftragen. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich bei der Prüfung um einen entscheidenden oder letzten Versuch handelt. Mit einem erfahrenen Anwalt im Prüfungsrecht hast Du meist bessere Chancen, Deine Ziele zu erreichen, als ohne. Du kannst Dich auch erstmal von einem Anwalt kostenlos oder kostengünstig beraten lassen.

Klage

Um gegen einen Widerspruchsbescheid Klage zu erheben, solltest Du Dir in jedem Fall einen Anwalt nehmen. Ein erfahrener Anwalt im Prüfungsrecht weiß genau Bescheid, wie man die Klage formulieren muss und wie man sich vor Gericht verhalten muss, damit Du Erfolg hast.

Den Antrag auf einen zusätzlichen Prüfungsversuch richtest Du an das zuständige Prüfungsgremium.

Du musst in Deinem Antrag darlegen, warum in Deiner Situation die Voraussetzungen eines Härtefalls gegeben sind. Dementsprechend musst Du nachweisen, dass Du nicht aufgrund mangelnden Leistungsvermögens durchgefallen bist. Prüfe zunächst selbst, ob Du derartige Gründe darlegen kannst.

Folgende Gründe können einen Härtefallantrag rechtfertigen:

  • Eine plötzliche Krankheit;
  • Sonstige unverhofft auftretende gesundheitliche Einschränkungen, sofern Du diese nicht selbst zu verschulden hast;
  • Unglücksfälle in der Familie oder dem persönlichen Umfeld

Es besteht kein Anspruch auf eine erneute Leistungsabnahme wegen eines Härtefalls besteht nicht. Die Möglichkeit hierzu ist individuelle Entscheidung der Hochschule.